Altreu


Das Besucherzentrum

Unweit des Regionalflughafens Grenchen landen auch grosse Vögel, welche sich mit der Eleganz und der Wendigkeit eines Sportflieger erfolgreich messen können. Die Störche fühlen sich in Altreu SO sichtlich wohl. Es wurde Zeit, dass wir die Storchensiedlung wieder einmal besuchten.

Wir haben unser Auto auf den kostenlosen Parkplatz abgestellt und haben uns dann im Besucher Zentrum über die Störche informiert. Bemerkenswert ist, dass diese Attraktion von Spenden lebt und kein Eintritt verlangt wird. Das Infozentrum Witi wird vom Verein «Für üsi Witi» getragen und informiert über die reiche Natur der Aareebene zwischen Grenchen und Solothurn auch Witi genannt, in der zahlreiche Störche, Hasen und andere z. T. seltene Tiere leben. In einer Dauerausstellung und einer Sonderausstellung werden die Bewohner der Witi interaktiv vorgestellt – ein besonderer Fokus liegt dabei auf dem Weissstorch. Drinnen und draussen befinden sich Installationen und Informationstafeln mit Wissenswertem zur Biodiversität der Region. Zudem werden Führungen zu verschiedenen Themen angeboten.

Links und rechts vom Besucherzentrum findet man überall Wege zum Laufen, Radfahren oder Spazieren. Auch bemerkenswert ist der neue Beobachtungsturm, welcher sich rund einen Kilometer der Aare nach abwärts befindet. Sehr spannend sind auch die Nestkameras, welche die Vögel mit ihrem Nachwuchs zeigen. Störche sind nur während dem Frühling bis zum Herbst in der Region. dann begeben sie sich wie viele andere in den Süden, ihre Reise kann bis ins südliche Afrika gehen. Im nächsten Jahr kommen sie wieder zurück, falls ihnen auf der langen Reise nichts passiert.


Restaurant zum Grüene Aff

Gleich in unmittelbarer Umgebung des Besucherzentrums steht das Restaurant „zum Grüene Aff“. Auch auf diesem Gebäude nisten zahlreiche Störche, wie auch auf vielen anderen Gebäuden in dem kleinen Weiler, der zu Selzach gehört. Die Vergangenheit von Altreu, geprägt von Höhen und Tiefen des Lebens, welches auf seinem Weg oft seltsame Geschichten hervorbringt. Der besagte Gasthof erhielt Anno 1687 das Tavermenrecht von der Stadt Solothurn. Eines Tages ergab es sich, dass ein Hausierer des Weges kam und im Gasthof einkehren wollte. 

​Der Mann hatte ein kleines Äffchen bei sich, das er vermutlich von Nordafrika über Spanien in die Schweiz brachte, was natürlich zu dieser Zeit eine Seltenheit und darum eine grosse Attraktion war.  Als der damalige Wirt das Äffchen sah, war er ganz hingerissen und verliebte sich sofort in das seltene Tier. Der Wirt versuchte den Hausierer zu überreden, ihm das Äffchen zu überlassen.

Doch der Mann wollte es nicht hergeben. Schliesslich wurde er vom Wirt zwei Tage lang mit Essen und Trinken bewirtet. Da der Hausierer für die konsumierten Köstlichkeiten zu wenig Geld hatte und es um die Bezahlung ging, musste er seinen wertvollsten Besitz hergeben, den er hatte – nämlich sein kleines Äffchen. Der Wirt hatte nun, was er wollte.

​Zur Freude seiner Gäste baute er für das Äffchen ein Gehege. Doch die Freude währte nicht lange, denn schon bald starb das Äffchen ganz plötzlich. Dem Wirt ging dies sehr zu Herzen – und er lies als Erinnerung an das geliebte Tier ein Abbild aus Kupfer fertigen und hängte es beim Gasthof auf wo es alle sehen konnten. Nach langer Zeit wurde das Kupferabbild allmählich von Grünspan überzogen, welcher die Gestalt des kleinen Äffchens grün erschienen liess.

​Das Restaurant hat einen schönen und grossen Garten direkt an der Aare. Auch ein kleiner Kieselstrand gehört dazu. Die Karte verspricht viele spanende Gerichte.


Die Fähre in den Kanton Bern

Der Förderverein Aare Fähre betriebt s’Aare-Gondeli, diese Führt von Selzach SO nach Leuzigen im Kanton Bern. Schon vor knapp 700 Jahren wurde die Verbindung über die Aare an fast derselben Stelle von den Bewohnern mittels Holzbrücke täglich gebraucht. Nach dem Brand im Jahr 1375 existierte diese Brücke nicht mehr.  Ein Fährbetrieb wurde 1583 als staatlicher Betrieb aufgenommen.  Jahrzehnte später wurde der Betrieb wegen zu hohen finanziellen Investitionen für eine neue Fähre eingestellt.

1997 entstand nach 60-jährigem Stillstand der Förderverein Aare-Fähre und das Projekt als Beitrag zur Lebensqualität für Spaziergänger und Velofahrer in der Region Solothurn. Seit September 1998 ist die traditionsreiche Fähre Altreu-Leuzigen wieder in Betrieb. Die 2019 in Betrieb genommene moderne, neuentwickelte Fähre bietet Platz für 12 Personen mit Fahrrädern / Kinderwagen. Sie wird mit einem umweltfreundlichen 40 PS Benzin-Motor angetrieben. Seit der Aufnahme des Betriebes werden jährlich bis zu 10’000 Personen transportiert. An Spitzentagen benutzen bis 200 Gäste die Fähre.


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